Berichte aus dem Waisenhaus in Mbigili


 

Danke!

Schaephuysen im Juni 2013

Liebe Beate,

 

zwei Jahre Arbeit im Kinderdorf Mbigili gehen zuende.

Vieles hast Du bewirkt für die Kinder und bei den Kindern in unserem Kinderdorf in Tansania.

Aufmerksam hast Du die Entwicklung jedes einzelnen von ihnen beobachtet und dokumentiert.

Das ist später für die Kinder wichtig, aber natürlich müssen wir in Deutschland auch auf dem Laufenden sein, um entsprechende Kurse oder Workshops anzuregen oder weitere Fachberatung einzuholen.

 

Deine Unterstützung der Hausmamas im Alltag bei der Fortführung der von uns eingeführten

gewaltfreien Pädagogik und des Tokensystems war uns sehr wertvoll und wichtig, da die gewaltfreie Erziehung für die Mamas und ganz Tansania ein neues Gebiet ist, auf dem noch intensive Arbeit und vor allem Ausdauer gefragt ist.

Dies war insbesondere noch erschwert dadurch, dass Du die leitende Matron während deren Weiterbildung vertreten hast.

Zusätzlich hast Du die Freiwilligen angeleitet und begleitet.

Ob Routinearztbesuche mit den Kindern, Abklärung von pädagogischen und psychologischen Beobachtungen und Problemen von weiteren kompetenten Fachleuten, Gespräche mit den Lehrern der verschiedenen Schulen, dies alles hast Du zum Wohle unserer Kinder engagiert erledigt.

Wir wissen das sehr zu schätzen, da alle Aktivitäten diesbezüglich vom ländlich gelegenen Mbigili aus sehr zeit- und kraftaufwändig sind.

Viele neue bedeutende Kontakte sind durch Dich entstanden, mit der Dorfschule, den weiterführenden Schulen, der International School, der Universität in Iringa, den zuständigen Behörden, um nur einige zu nennen.

 

Du hast die Arbeit und Weiterentwicklung im Kinderdorf Mbigili in den letzten beiden Jahren wesentlich im Sinne der Pateneltern, der Förderer und auch in unserem Sinne mit geprägt.

 

Dafür danken wir Dir sehr!!

Für Deine Zukunft wünschen wir Dir alles Liebe und Gute.

Wir freuen uns, wenn Du in naher Zukunft zu uns nach Schaephuysen kommst und aus Deiner Sicht über das Kinderdorf Mbigili berichtest.

 

Der Freundeskreis des Kinderdorfes Mbigili

 

 

Was geschah im Mai 2013..?

Jonny* ist mit seinen Geschwistern teil unseres Home Based Care Programms, das hilfbedürftige Kinder in Mbigili mit Sachspenden unterstützt, wie z.B. Schuluniformen, Mais, Öl, Salz, Öl, Seife, Matratze.

Die Morgendämmerung weckt Jonny,10, aus unruhigem Schlaf. Diese Juninacht in Tansanias Hochland war wieder sehr kalt. Er versucht sich vorsichtig aus der Umarmung seiner 4 Geschwister, die mit ihm auf dem harten Boden der Lehmhütte zusammengerollt liegen, zu lösen. Ein Paar Kangas, Tücher, als Deckenersatz, helfen in diesen Winternächten nicht, die Schlafenden warm zu halten. Er zittert, trotzdem kann er sich mit Blick auf  Athanas, 4, Georgina,7, Mauricio, 2, und Paolo, 3, ein Lächeln nicht verkneifen. Jonny liebt seine Geschwister. Inzwischen ist er auch stolz, Hauptverantwortlicher seiner Familie zu sein.  Anfangs war es schwer zu begreifen, dass Väter – jedes seiner Geschwister hat einen anderen Erzeuger – nie lange bei ihnen blieben, und dass sich seine Mutter, mit ihren 28 Jahren zu jung fühlt, um die Familienverantwortung zu übernehmen. Seit sie ihren neuen Freund hat, schläft sie nicht mehr oft zuhause.

 

 

von links: Mauricio, Georgina, Athanas, Mama Jonny, Paolo, Jonny *

Es muss jetzt gegen halb sechs Uhr morgens sein; Jonny muss sich beeilen, um seine Aufgaben vor dem Weg in die Schule zu erledigen. Zuerst entzündet er im vorderen Bereich der Hütte Feuer, um Uji (Hirsebrei) zu kochen. Ein paar Handvoll Hirse findet sich noch auf dem Tisch, neben 2 Hockern die einzigen Möbel, die sie besitzen. Grade geht die Sonne auf. In Mbigili wird der Tagesablauf vom Sonnenlicht  bestimmt, niemand im Dorf hat Elektrizität. Jonny geht hinaus, um Wasser vom Brunnen zu holen. Sein zerlöchertes T-Shirt schlackert um seinen mageren Körper, trotzdem trägt er den vollen Eimer die 500 Meter zurück auf seinem Kopf . Seine Geschwister warten schon ungeduldig auf ihn. Jonny muss sich beeilen, das Wasser zu erhitzen und den Hirsebrei zu kochen, denn um 7 Uhr muss er sich auf den Weg in die 2 Kilometer entfernte, staatliche Grundschule machen. Glücklicherweise kann Georgina ihm schon helfen. Er füllt Uji in leere Tassen und pflückt grosse Blätter vom Baum, die als Löffel dienen.

Besorgt beobachtet er Athanas, dessen Husten schlimmer geworden ist. Inzwischen ist die Hütte von dichtem Qualm  gefüllt, das Feuer wird den ganzen Tag brennen. Während er in der Schule ist, sind die Kleinen tagsüber auf sich allein gestellt. Jeden Morgen tut es ihm weh, sie weinend in der Hütte zurückzulassen. Er kann das Gefühl in seinem Inneren nicht benennen, aber da er permanent die Situation seiner Familie mit der seiner Schulfreunde vergleicht, schwant ihm, dass es damit zu tun hat, dass andere Familien zwar auch nichts haben, aber immerhin einen Vater, eine Mutter, oder Großeltern, die sich um sie kümmern. Jonny kennt das nicht. Die Verantwortung für seine Geschwister und seine Mutter liegt allein bei ihm.

Vielleicht schaut seine Mutter  später vorbei, aber da sie gestern nachmittag wieder das wenige Geld, was sie als Tagelöhnerin verdient, für Pombe, selbstgebrautes Bier aus Mais, ausgab, wird sie heute wohl niht mehr auftauchen. So wie Jonny geht es unzähligen Kindern in den ländlichen Gebieten Tansanias. Die Eltern sind entweder tot oder früh betrunken, Arbeit gibt es kaum. Wenn sie Glück haben, stehen um die Lehmhütten einige Maisstauden, sodass die Familie Ugali , Maisbrei, kochen kann. Ugali sättigt, hat aber keine Nährstoffe. Vielleicht haben manche Familien einige Hühner, mit grossem Glück Ziegen. Geld kann man hier nur verdienen, wenn man wie seine Mutter in der Erntezeit für 1,50 Euro pro Tag acht Stunden auf den großen Feldern arbeitet, die in der Regel dem Staat gehören, und von deren Ernte sie nichts abbekommt, da alles in die Nachbarländer exportiert wird.

Auf dem Weg zur Schule muss Jonny sich von den Lastwagen und Überlandbussen in acht nehmen, die mit 100 km/h durch das Dorf donnern. Seit die Straße mit Mitteln der EU verbreitert und erneuert wurde, hat der Verkehr zugenommen. Endlose Karawanen von LKWs transportieren Tropenholz Richtung Küste und Chinawaren ins Innere des Kontinents, verbindet der Dar-Sambia Highway doch als einzig durchgehende Straße Tansanias  den Hafen Dar es Salaams mit Malawi, Sambia und Simbabwe. Die Zahl derer, die angetrunken auf der Straße laufen und überfahren werden, steigt monatlich und wird in keiner Statistik erfasst, da die Laster und Busse einfach weiterfahren.

Als Jonny in seiner Schule ankommt, zwängt er sich mit 80 anderen Kindern hinter die Holzbänke. Für alle Kinder  der ersten Klasse gibt es drei Bücher, und wieder einmal kommt der Lehrer nicht. Gerade in den abgelegenen Landesteilen sind keine oder nur schlecht ausgebildete Lehrer zu finden, die selber kaum Englisch oder Mathe können. Abgesehen davon, dass sie in der Regel ihr Gehalt nicht bekommen.

Leider kommt es sowieso nicht drauf an, ob Jonny den Schulstoff versteht. Nur auswendig lernen muss er ihn, wenn nicht, wird er vor der Klasse mit dem Rohrstock verprügelt. Er ist es schon gewohnt. Erziehung in Tansania bedeutet: Prügel. In jeder Familie, in jeder staatlichen Schule wird Gehorsam mit dem Rohrstock herbeigezwungen. Jonny beneidet die Kinder, die in die privaten Schulen gehen, in denen nicht geschlagen wird, in denen die Ausstattung gut ist und die Schulsprache Englisch ist. Aber seine Mutter könnte nie die Gebühren für eine solche Schule bezahlen.

Nach zweistündigem Warten kommt der nächste Lehrer. Er ist 19 Jahre alt und kommt grade vom College, in dem er zwei Jahre ausgebildet wurde. Vorher war er Erntehelfer bei einer NGO, die diese Ausbildung bezahlt hat.  Keiner war überraschter als er selbst, daß er Lehrer werden konnte- ein angesehener Beruf in Tansania. Seine Großmutter ist sehr stolz auf ihn. Da er oft den Unterrichtsstoff selber nicht versteht, spielt er mit den Kindern lieber Fußball. So schleppt sich der Tag bis 16 Uhr. Schulessen, das immer zum Beginn des Jahres bezahlt werden muss, gab es heute wieder nicht. Jonnys Magen knurrt. Auf dem Heimweg geht er in Gedanken die Aufgaben durch, die noch auf ihn warten. Zuerst muss er seine Schuluniform waschen, der rote Staub der Erde hat sich in dem ehemals weißen Hemd eingefressen.  Dann muss er Feuerholz hacken. Gestern hat er sich mit der Rasierklinge, die er auf dem Weg gefunden hat und die er gern benutzte, um seine Fingernägel zu kürzen, tief geschnitten. Seine Hand schmerzt. Nach zwei Stunden hat er die nötigsten Arbeiten erledigt und wie immer dabei versucht, seine Geschwister mit einzubeziehen. Besonders Athanas weicht nie von seiner Seite. Jetzt will er versuchen, seine Mutter zu finden. Meist ist sie um diese Zeit in einer der Hütten verschwunden, in denen zu dieser Jahreszeit die Pombeproduktion auf Hochtouren läuft. Rätselhafterweise hat jede Familie im Dorf Geld dafür- und für Handys. Fürs Essen bleibt dann kaum noch etwas übrig.

Seit der Vater ihres Letztgeborenen sie verlassen hat, ist der Alltag von seiner Mutter noch unsteter als zuvor. Pläne für ein Morgen gibt es nicht, es muss nur der jeweilige Tag überstanden werden. Ihre 5 Kinder betrachtet sie als Bürde, es ist nicht leicht, so einen neuen Mann zu finden. In der Regel verlangt der neue Mann, die Kinder eines anderen Erzeugers zu verlassen und schwängert die Frau umgehend, um sein Revier zu markieren. Viele Kinder, die alleine wohnen, werden nur durch die Hilfe von Verwandten am Leben gehalten, meist den Großeltern. Durch die vielen Trucker wird HIV wie ein Buschbrand in dieser Gegend verbreitet, die Folge ist, dass nahezu alle Bewohner zwischen 20 und 40 tot sind. Die HIV-Rate liegt hier bei 18 Prozent. Die Einzigen, die übrigbleiben, sind Großeltern und Kinder. Für diese Hilfe der Restfamilie, die die zusätzlichen hungrigen Mäuler ablehnen, da sie AIDS als schlechtes Omen betrachten und für ihr Unglück dann die anverwandten Kinder verantwortlich machen, müssen die Waisen dann täglich mitarbeiten, sei es auf dem Feld oder in der Betreuung der Jüngeren.

Erstgeborene Jungs wie Jonny haben Glück; wenn überhaupt Geld für den Schulbesuch da ist, wird immer der Junge ausgewählt. Mädchen wie Georgina erlernen früh das harte Leben ihrer Mütter und Großmütter. Die Kindheit ist hier in dem Moment vorbei, in dem die Mutter ein neues Baby auf die Welt bringt. Jede Geburt hier geht ohne Hebamme, in der Hütte, vonstatten. Daher sterben viele Frauen bei der Geburt. Haben sie HIV, wird das Virus meistens aufgrund fehlenden Wissens beim Abnabeln an das Kind weitergegeben.

Athanas hustet. Wie alle seine Geschwister leidet er an entzündeten Augen durch den Dauerqualm in der Hütte. Jonny kennt glücklicherweise die Wirkung der Blätter des Moringabaums, der überall wächst. Ein paar Samen, zerstoßene Blätter oder ein Stück Rinde werden ihn schon wieder auf die Beine bringen. Seit vor einem Jahr der letzte Health Officer Mbigilis das Weite suchte, müssen die Patienten ins nächstgelegene Krankenhaus nach Iringa fahren. Die 30 Kilometer lange Fahrt im Sammeltaxi kostet 50 Cent. Jonny war noch nie in Iringa.

Mit Athanas an der Hand geht Jonny zur nächstgelegenen Pombe-Verkaufshütte. Hier ist Mama Jonny nicht.  Da zur Erntezeit diese Hütten wie Pilze aus dem Boden schießen, klappern sie einige ab, bis der Kleine zu quengeln anfängt. Jonny beugt sich herab, um ihm die Nase mit einem Zipfel seines T-Shirts zu putzen. Er ist stolz auf seine Geschwister. Er ist wie ein guter Vater.

Die Hütte von Mamas neuem Freund ist nur noch wenige Schritte entfernt. Als sie vor der Öffnung in der Wand stehen- eine Tür gibt es nicht- hört er seine Mutter lachen. Es kommt aus dem hinteren Zimmer. Jonny dreht sich um und geht wieder zurück. In dieser Stimmung wäre es ein Fehler, seine Mutter zu stören. Sein Magen knurrt lauter. Aber Abendessen muss heute ausfallen, es ist kein Mais übrig, um sich Ugali zu kochen. Er schließt die Augen und sehnt den Sonntag herbei. Dann kann er mit Athanas in die Kirche gehen und seine Sonntagszeug anziehen. Über einer Leine unter dem Strohdach hängt seine weiße Hose und das rosa Oberhemd. Viel zu groß, aber mit Gürtel geht es. Der dreistündige  Gottesdienst ist der Höhepunkt seiner Woche, der einzige Tag, an dem er sich nicht schämen muss, ohne Schuhe und in kaputter Kleidung umherzulaufen. Alle Bewohner Mbigilis sind dann fein gekleidet und kommen schon Stunden vor der Predigt an der Kirche zusammen, um unbelastet von Arbeit und Sorgen miteinander zu tratschen und die neusten Geschichten derer zu hören, die von weiten Reisen, zum Beispiel aus Iringa, zurückkommen. Das einzige, was für die Bewohner dieser Gegend mehr oder weniger umsonst ist und als Unterhaltung bezeichnet werden kann, sind Alkoholn und Sex. In dieser Kombination eine lebensgefährliche Mischung.

Jonny seufzt. Still geht er zur Hütte zurück und denkt darüber nach, wie er  seine Geschwister bis zum Einschlafen  beschäftigen könnte.  Mauricio sitzt vor der Hütte und weint. Johnny gibt ihm einige Kronkorken, die er gesammelt hat, um ihn abzulenken.  Die Sonne geht, wie jeden Abend, um sechs Uhr unter, dann haben sie bis zur vollständigen Dunkelheit noch 20 Minuten. Um sieben schlafen die Kleinen, und Jonny hat Zeit, im Licht des Feuers seine Hausaufgaben zu machen oder seinen Gedanken nachzuhängen. Zu viel Träume darf er sich aber nicht erlauben, denn er weiß: Der neue Tag wird genauso wie der alte.

Helfen Sie Jonny und seinen Geschwistern sowie unseren anderen HBC-Familien! Unser neues Vereinskonto lautet:

Kinderdorf Mbigili, Kto-Nr. 333 0 333 0 30, BLZ 320 613 84, Volksbank an der Niers

Herzlichen Dank,

Ingo Lenz und das gesamte Team

 

*Namen wurden zum Schutz der Kinder geändert.
 

Was geschah im April 2013..?

Das Kinderdorf befand sich bei meiner Rückkehr in sehr gutem Zustand. Das Gatter ist fertig, und stolz trägt unser Watchman Simon seine neue Uniform (hier mit Farmmanager Richard).

 

 

Wasser und Elektrizität vereinfachen unser Leben hier sehr und der Erfolg zeigt sich konkret auf der Farm: Jetzt, zum Ende der Regenzeit, laufen überall Tierkinder herum, Gemüse und Früchte müssen nicht mehr auf dem Markt eingekauft werden.

 

 

Die Kids Klubs (altersgemäße Gruppen unserer Kinder, die selbstbestimmt sind, ihre eigenen Bürgermeister und Sprecher wählen) werden von den Mamas an diverse Aufgaben wie Feld bestellen, Tiere großziehen, Theater spielen, herangeführt; am Abend gab es Stockbrot.

 

Die großen Kinder durften für einen Radiosender in Iringa  vier ihrer Lieder aufnehmen….

 

 

…während die Kleinen bei uns auf den Tischen tanzen.

 

 

Ebenso aufregend war der Besuch einer Berufsschule, wo sie sich über verschiedenste Berufsausbildungen informierten.

 

 

Seit Ende März kommt es in den nördlichen Landesteilen wegen ausbleibenden Regens zu einer grossen Hungersnot. Seit Wochen fahren LKW-Kolonnen des Militärs an unserem Kinderdorf vorbei, beladen mit nahezu der gesamten Ernte unserer Region, um sie zu den Hungernden zu bringen. Resultat: Die Nahrungsmittel bei uns werden knapp. Das spüren wir, weil immer mehr Familien aus der Umgebung kommen, um um Hilfe zu bitte- sie kriegen ihre Kinder nicht satt. Unsere Ernte dies Jahr ist groß genug, um auch anderen zu helfen- aber wann ist ein Schlußpunkt erreicht? Yonah und seine Mutter sind nur ein Beispiel von vielen.

Bitte helfen sie uns, die komplexe Arbeit zugunsten unserer Kinder auch hier weiterführen zu können. Spendenmöglichkeiten finden sie auf www.mbigili.de oder facebook: Amani Orphans Home Mbigili.

 

Liebe Grüsse von  den Kindern und dem gesamten Team,

 

Ingo Lenz

 

 

Was geschah im März 2013..?

Es wird Herbst in Mbigili, und die Osterferien stehen vor der Tür. Trotzdem müssen alle angefangenen Arbeiten fertiggestellt werden, das betraf zuallererst die Erweiterung des Arbeiterhauses, in dem auch unsere beiden Freiwilligen wohnen.

Den Kindern geht es gut. Alle sind mehr oder weniger gesund und guter Dinge. Die größeren Kinder haben das Berufsausbildungszentrum  in Iringa besucht und sich über die Berufe Tischler, Automechaniker, Näherin und Büroangestellte informiert. Danach wurde noch ein kurzer Zwischenstopp am Fluss eingelegt.

Besucher aus Deutschland, wie die ehemalige Freiwillige Mandana oder unser Homepage-Betreuer und – Bewahrer Sebastian, freuten sich über die Vorführung der Karateübungen aller Kinder, und waren schwer beeindruckt.

Außerdem erlebten sie den Start der Kids-Klubs mit:

Die Klubs finden immer am Donnerstag statt und starten um 16.30 mit einer halben Stunde Farmarbeit. Dann treffen sich die Kinder in ihren “Klubgruppen”, die nach dem jeweiligen Alter aufgeteilt sind. Dort besprechen dann zwei Mamas mit den Kindern, über was gesprochen werden soll, bzw. was die Kinder in der darauffolgenden Woche machen wollen. Danach werden die geplanten Aktivitäten durchgeführt. Verschiedenste Spiele, Sport, etwas bauen, Themen besprechen und vieles mehr. Eine gute Übung, um etwas selbstständiger zu werden.

 

Am 23. März  begannen die Osterferien.

Ich fliege jetzt wieder für die kommenden drei Monate nach Mbigili und bitte sie herzlich, auch in Zukunft unserem Kinderdorf gewogen zu bleiben.

 

Frohe Ostern wünschen

 

Ingo Lenz und das gesamte Team

 

Was geschah im Februar 2013…?

Der Februar ist ein nasser, ruhiger Monat in Mbigili. Das Leben geht seinen Gang, Besucher kommen und gehen, Bauarbeiten werden beendet und neue begonnen…hier die Erweiterung unseres Männerwohnhauses. Unsere Angestellten wohnen ja alle auf dem Gelände, daher platzen wir aus allen Nähten.

Um zu ermessen, wie sehr das Kinderdorf gewachsen ist, hier ein aktuelles Luftbild:

Und trotz Regenzeit haben wir jetzt IMMER Strom! Eine weitere Revolution für das tägliche Leben vor Ort!

Aber die tollste Nachricht kommt, wie meistens, von den Kindern: Unser Musiklehrer Hassan hat Levina,11, und Grayson,11, ausgesucht, zusammen mit den 20 talentiertesten Kindern Tansanias bei dem grossen Musikfestival Sauti da Busara auf der Insel Sansibar aufzutreten! Und im Februar war es soweit…nach einer Woche Vorbereitungen und unvergesslicher erster Eindrücke- das erste Mal am Meer, auf einem Schiff, am Strand, im Wasser- und dem täglichen Proben mit den anderen Kids…

….kam dann der große Tag: Vor 2000 Zuschauern zeigten die beiden auf der Hauptbühne ihr Können. Und waren so stolz! Niemals werden sie diesen Tag vergessen und hoffentlich verstehen: Man kann alles erreichen im Leben, wenn man es nur richtig will!

In diesem Sinne bitte ich Sie, auch weiterhin mit Ihren Spenden zu helfen, dass allen unseren Kindern solche Chancen eröffnet werden können.

Mehr Infos finden Sie auf www.mbigili.de

Herzlichst,

Ingo Lenz und das gesamte Team vom Kinderdorf