November, Mwezi wa Kumi na moja 2020

Das Ende des Jahres verspricht auch in Tansania vorerst keine große Entspannung. Wo sich der ein oder andere vielleicht schon im vor-vorweihnachtsstress befindet, befinden sich die Schüler in den Abschlussjahrgängen im Prüfungsstress. Der November ist für die Primary und Secondary School der Monat der Abschlussprüfungen. Erst nach dem diese absolviert wurden, kehren die Secondary Schüler aus den verschiedenen Internaten ins Kinderdorf zurück, bevor es dann im Dezember in die Weihnachtsferien geht. So füllt sich das Kinderdorf langsam wieder mit altbekannten Gesichtern. Es gibt viele erfreuliche Wiedersehen und alte Freundschaften erwachen zum neuen Leben.


Ebenfalls kamen Vertreter des deutschen Vorstandes im Kinderdorf an. Gemeinsam arbeiten wir daran, die Beziehungen zwischen unserem Vorstand in Deutschland und unseren Mitarbeiter*innen in Tansania so transparent wie möglich zu gestalten. Für eine gute Zusammenarbeit und den dafür nötigen Austausch stehen normalerweise mehrere Besuche pro Jahr an. Aufgrund der Corona Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen haben wir es in diesem Jahr erst zum Jahresende geschafft, das Kinderdorf zu besuchen.


Der November bescherte uns die ersten großen Regenfälle in diesem Jahr. Wie gewöhnlich um diese Jahreszeit sind diese zwar kurz, aber dafür intensiv. Damit erwachte das sonst so trockene Land schnell zum Leben. Wo es vorher brach lag, wächst und gedeiht es. Wo es vorher ruhig war, krabbelt und fliegt es nun.


Gerade für viele Dorfbewohner, die überwiegend in der Landwirtschaft tätig sind, bedeutet das Ende des Jahres viel Arbeit. Um die Felder umzupflügen, damit anschließend die Saat für das nächste Jahr ausgesät werden kann, benötigen sie viel Zeit und Energie. Denn die Wenigsten haben Zuchttiere, die ihnen diese kräftezerrende Arbeit erleichtert. Damit die Arbeit in der vor gesehenen Zeit verrichtet werden kann, um damit das Einkommen für das nächste Jahr zu sichern, benötigen viele Landwirte die Hilfe ihrer Kinder. Diese finanzielle Not sorgt dafür, dass viele Schüler eher ihren Eltern auf den Feldern helfen, als zur Schule zu gehen.


Dadurch verpassen viele Kinder in der Region zahlreiche Schulstunden. Unsere Schützlinge im AOHM finden sich in einer deutlich angenehmeren Lage wieder, da sie sich frei von wirtschaftlichen Zwängen auf ihre schulische Laufbahn konzentrieren können. Damit erhalten sie den Zugang zur Bildung, die wiederum der Schlüssel für ein selbst bestimmtes Leben ist. Diese Bildung ist allerdings nicht auf die Schule beschränkt. Es ist uns wichtig, dass die Kinder im AOHM ebenfalls früh Verantwortung übernehmen, um ihre Selbstständigkeit zu fördern. Die Gesellschaft formt einen jungen Menschen mehr, als es die Schulbank vermag. Deshalb werden die Kinder im AOHM schon früh in viele alltägliche Aufgaben mit eingebunden, übernehmen Pflichten und helfen den Hausmüttern, wo sie nur können. Dadurch übernehmen sie nicht nur Verantwortung für sich selbst und die Gemeinschaft, sondern erwerben nebenbei viel nützliches Wissen, welches schwierig in der Schule zu vermitteln ist.



So zum Beispiel im Kids Club. Hierbei bewirtschaften die größeren Kinder zwei Parzellen der Farm des Kinderdorfes. Sie säen neu aus, bewässern die Beete, jäten Unkraut und ernten das reife Gemüse. Dieses wird entweder ans Kinderdorf verkauft, von unserer Sales-Officerin außerhalb vertrieben und manchmal sogar von unseren Kindern selbst auf speziellen Märkten angeboten, wenn sich diese Möglichkeit anbietet. Und das Beste dabei ist, die Erlöse aus dem verkauften Farmerzeugnissen bleibt den Kindern vorbehalten. Wofür sie dieses anschließend ausgeben wollen, entscheiden sie selbst. Von der Saat zum Gemüse, vom Verkauf zum Erlös, begleiten sie jeden einzelnen Schritt. Dadurch erlernen die Kinder viel nützliches Wissen. Vor allem auch den Umgang mit selbstverdientem Geld.



Der Regen brachte auch die erste Zerreisprobe für den Neubau der Zugangsstraße vom Highway ins Kinderdorf. Denn im letzten Jahr wurde so viel Sand von der Straße abgetragen, dass die tiefen Gräben und Furchen es für die meisten Fahrzeuge unmöglich machten, diese zu passieren. Selbst unser Landcruiser hatte seine liebe Not, das Kinderdorf zu verlassen oder es anzufahren. Deshalb mussten wir unter großen Kostenaufwand die Straße reparieren. Damit sich dieses Szenario in diesem Jahr nicht wiederholt, wurde im Zuge dieser Reparaturen ein Grabensystem am Rande der Straße integriert, wodurch das Wasser abfließen kann, ohne die Straße derart in Mitleidenschaft zu ziehen. Und wie wir bis hier sehen konnten, es erfüllt seinen Job! Bleibt nur zu hoffen, dass es auch den Wassermassen der künftigen Monate gewachsen ist.


Danke für ihre Unterstützung, Asanteni!

Im Namen ALLER Kinder und MitarbeiterInnen

des Amani Orphans Home Mbigili

Kinderdorf Mbigili, Tansania e.V.

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