Samson

 

Was geschah im Januar, Februar und März 2009




Kinder:
Am 13.1. wurden 14 Kinder in die Primary School von Mbigili eingeschult. Jetzt sind tagsüber noch 9 Kleine im Kinderdorf, die von Magdalena Mushi, der Montessorilehrerin, vorbildlich betreut und unterrichtet werden.

Am 21.3. machten die größeren Kinder einen von Anja und Marie, Medizinstudentinnen aus Göttingen, gesponserten Ausflug zur Isimila Stoneage Site. Die Kinder, die nicht mitkommen konnten, weil das Auto zu voll war, werden im April mit dem nächsten Freiwilligen, Benjamin Güldemann, diesen Besuch nachholen.

Ich habe die Zwillinge Benjamin und Johannes in Iringa gesehen und wollte meinen Augen nicht trauen. Aus den fast zum Tode verurteilten Frühchen sind zwei kerngesunde, propere Jungs geworden, die der ganze Stolz der Familie Lloyed-Jones sind. Zu Recht!

Neue Kinder werden im Augenblick nicht aufgenommen, es sei denn, es handelt sich um krasse Notfälle, die man nicht abweisen kann.

Lilian und Upendo wurden Ende Januar 2009 ins Kinderdorf gebracht. Sie waren durch eine Krankheit sehr entstellt und wurden in ihrem Dorf als verhexte Kinder geächtet. Der Vater verschwand. Die Mutter und deren kleiner gesunder Sohn werden ins Kinderdorf ziehen. Durch die schwere Krebserkrankung von Lilian, der Älteren, ist intensive Betreuung notwendig, die die Hausmütter alleine nicht schaffen können. Die Mutter wird in das kleine Haus am Eingang des Grundstücks ziehen und wird den Hausmüttern bei der Betreuung der Kinder helfen. Es ist notwendig, Lilian alle drei Monate in Dar es Salaam operieren zu lassen. Die OP im Februar verlief sehr gut. Upendo, das jüngere Mädchen, muss noch nicht behandelt werden. Wir brauchen Sonnenbrillen und spezielle Sonnenlicht absorbierende Kleidung für die Mädchen.

Mitte Februar hat Dr. Claire vom Government Hospital das Kinderdorf besucht und alle Kinder untersucht. Sie war sehr zufrieden mit der Gesundheit und Entwicklung aller Kinder, besonders aber von Asnat (2,5 Jahre), die seit November vier Kilo zugenommen hat und kurz davor ist, selbstständig zu laufen. Baby Theresia, geboren Juli 2008, ist inzwischen größer als Asnat!!

Mitarbeiter:
Im Juli, nach Abschluss seiner Ausbildung, soll Alberto Mgulunde als Buchhalter im Kinderdorf fest angestellt werden. In seinen Ferien im Februar half er zwei Wochen Mama Mosha und Anna Lena Wachter bei der neuen Organisation der Buchhaltung des Kinderdorfes.
Eine neue Helferin, Flora, arbeitet seit Anfang Februar im grünen Haus. Sie ist erfahren und macht einen sehr guten Eindruck.
Mama Maggi, die das rote Haus führt, hat sich sehr gut eingefügt und ist bei allen Kindern und Mitarbeitern sehr beliebt.

Bald werden 6-8 Kinder in das gelbe Haus ziehen. Hausmama wird Mama Jessica. Essen werden die Kinder aber weiterhin im blauen Haus, da der zentrale Raum im gelben Haus ein Unterrichtsraum geworden ist und wir diesen noch nicht wieder abbauen wollen.

Am 20.3. wurde ein Mitarbeitertreffen abgehalten. Die Themen waren vielfältig. Es bestehen keine größeren Probleme. Die Mitarbeiter sparen auf einen einwöchigen Urlaub um Weihnachten auf Sansibar. Falls die Kosten das Ersparte übertreffen, werde ich die Summe aus meiner Tasche ausgleichen.
Mehr als die Hälfte der Kinder sind Weihnachten bei ihren eigenen Familien. So genügt in dieser Zeit eine Restmannschaft im Kinderdorf.

Für die Kinder werden Beete an den Häusern angelegt, die sie in Eigenverantwortung bewirtschaften sollen. Richard, unser Farmexperte, leitet die Arbeit.

Mama Mosha hat eine Fachkraft engagiert, die demnächst mit den Hausmüttern eine Fortbildung zum Thema Gesundheit/HIV abhalten wird. Geplant ist, im laufenden Jahr einige Experten für Kurse zu gewinnen, z.B. über Pubertät, Sexualität, Gewalt, Selbstbehauptung für Mädchen.

Schüler und Studenten:
Nach den hohen Kosten, die im Januar zum Semesterbeginn fällig waren, mussten wir jetzt die Gebühren und Lebenshaltungskosten derer bezahlen, die ab März ihre Schulen besuchen. Wir brauchen dringend Sponsoren für die 30 Schüler, die von Amani-Mbigili gefördert werden. Die Schüler verbringen ihre Ferien im Kinderdorf um für ihre Unterstützung eine gegenleistung zu erbringen.
Zwei Schülerinnen der Secondary School, Flora Bruno und Tumwimbie Madege, wurden aus der Förderung genommen. Die eine verließ die Schule wegen eines Herrn, die andere weigerte sich in den Ferien bei uns zu arbeiten. Das Board hat Kenntnis und stimmte zu.

Neue Studenten werden momentan nicht aufgenommen.

Freiwillige:
Am 9.2. kamen Anja und Marie aus Göttingen, kurz danach Anna Lena Wachter und Katharina Kurz. Anja, Marie und Katharina gaben von 9-12 und von 16-18 Uhr den Kindern Nachhilfeunterricht, sofern sie gerade nicht in der Schule waren.

Die Kinder besuchen in Mbigili die Klassen eins bis sechs. Daher wurden sie in altersgerechte Gruppen aufgeteilt und in Mathe, Englisch und Zeichnen unterrichtet. Den Kindern machte es großen Spaß. Alle waren traurig, als Anja und Marie am 21.3. wieder zurückfuhren. Ihnen zu Ehren wurde ein Abend mit Pilau (Reisgericht), Softdrinks und viel Musik veranstaltet.

Ab dem 1. April ist Benjamin Güldemann für 3 Monate im Kinderdorf. Katharina Kurz bleibt noch bis Mitte Mai. Anna Lena verlässt das Kinderdorf am 26.3.

Gebäude:
Der Weiterbau des Gästehauses ist fürs erste vertagt worden.
Das Wohnhaus für Männer ist von den Mitarbeitern bezogen.
Der Kuhstall ist von außen nahezu fertig. Das Dach ist gedeckt. Die Bauabnahme verlief problemlos.

Der Kindergarten im Dorf Mbigili ist von außen auch fast fertig. Leider wurde er ohne Toiletten geplant. Hier muss noch nach einer kostengünstigen Lösung gesucht werden. Zunächst können die Kinder die Toiletten der benachbarten Schule mitbenutzen.

Kleinere Reparaturen an den Kinderhäusern werden fällig. Es leckt im gelben Haus durchs Dach, die Wasserhähne tropfen.
Ein drittes Haus zur Pilzzucht wurde gebaut.
Ein riesiger Ofen zum Brotbacken ist angekommen und wartet noch auf einen Überbau. Durch die große Hitzeentwicklung muss er frei stehen. Aber wir haben schon die ersten Brote für das Sonntagsfrühstück gebacken.

Es stellte sich heraus, das wir für das Wasser aus der öffentlichen Leitung Wassergeld bezahlen müssen. Im Januar wurde ohne Ankündigung ein Wassermessgerät an unsere Leitung angebaut. Lyimo ist damit beauftragt, das richtig zu stellen, da wir eine NGO sind und eigentlich nichts bezahlen sollten.

Tiere:
Richard plant, Ende April 6 schwangere Kühe zu kaufen. Dann kann das Projekt „Biogasanlage“ starten.
Unsere Katze im roten Haus hat 2 Junge bekommen.
Die beiden Affen, grüne Meerkatzen Diana und Obama, leben jetzt frei auf dem Gelände, ernähren sich selbstständig und sorgen für Begeisterung bei den Kindern, wenn sie die Tiere in der Nähe der Häuser sichten.

Für die insgesamt drei kleinen und drei großen Wachhunde wird ein von Lyimo gesuchter Hundeausbilder der Polizei Iringa kommen und sie erziehen, damit sie auf einige Kommandos hören und keine Kinder gefährdet sind.

Wir haben bereits einige Hasen und Meerschweinchen nach Iringa verkauft. Sie vermehren sich … eifrig.

In eigener Sache:
Ich habe Frau Lettgen in den letzten Monaten während ihrer Krankheit und Genesung in Deutschland im Kinderdorf vertreten. In dieser Zeit haben das afrikanische Mitarbeiterteam und der afrikanische Trägerverein (NGO) gut zusammen gearbeitet. So ist es möglich, dass ich von Ende März bis Oktober 2009 beruhigt in Deutschland sein kann, um wieder für das Kinderdorf Geld zu sammeln. Ich habe bereits einige feste Termine, an denen Fundraising-Dinner im privaten Rahmen veranstaltet werden. Das gesammelte Geld überweise ich dann auf das Spendenkonto.

Nach meiner Rückkehr veranstalte ich im Namen des Kinderdorfs im November oder Dezember zwei Ausstellungen meiner Fotos und des Films, eine im neuen Nema Crafts Cafe in Iringa, die andere in der japanischen Botschaft in Dar es Salaam. Das gesammelte Geld dieser Abende wird auch dem Kinderdorf gespendet.

Ingo Lenz

 

2 Comments

  1. Torsten Broscheit

    hallo Ingo Lenz,
    ich habe mit grossen Interesse den Bericht auf RTL verfolgt. Gern würde ich über die Kosten die Sie in der Homepage erwähnt haben (Wassergebühren,Schul/Studiengebühren,Reparaturen) usw.erfahren.Gern möchte ich dabei helfen dafür in meinem kleinen Rahmen Barmittel zu organisieren. Ich weiss das Sie sicherlich sehr viel zutun haben,würde mich aber über weiterführende Infos freuen. Schöne Grüsse eines Göttingers, der in Norwegen arbeitet und lebt.
    Torsten Broscheit

  2. Ein hochinteressanter Bericht. Ganz vielen Dank dafür und weiterhin alles Gute.

    Christian

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