Samson

 

“Unsere kleine Farm”


Gelände / Farm

Wie Sie schon gelesen haben, haben wir ein riesengroßes Grundstück von 15 Hektar von der Gemeinde Mbigili erhalten. Dazu gekauft haben wir noch etwa 25 Morgen ( für ca 600 Euro).

Sicher fragen Sie sich, was wir mit einem so großen Grundstück anfangen.

Blick auf das Gelände

Einen Teil werden die Gebäude einnehmen: nach Fertigstellung des Kinderdorfes werden es acht Kinderhäuser in zwei Gruppen zu je vier Häusern sein, ein Verwaltungsgebäude, Halle, Kindergarten, Wohnhaus für männliche Angestellte, Gästehaus, Garage, Vorratslager für Lebensmittel, Kleidung, Werkzeug usw. und Wirtschaftsgebäude (Hühner-, Kaninchen- und Kuhstall, Biogasanlage).

Der zukünftige Obstgarten wird etwa ein Sechstel der Fläche einnehmen. Über 200 Bananenstauden und Obstbäumchen sind bereits gepflanzt. Außerdem sind etwa 150 Milonge-Bäumchen ausgesät. Ihre Früchte enthalten ein gutes Speiseöl.

Hecke aus Passionfruit Planzen, ringsrum Obstbäume Des weiteren sind mehrere Windschutzhecken gepflanzt, zum Teil aus Yatropha-Bäumchen bestehend. Aus den Yatrophanüssen kann ein Öl gepresst werden,mit dem man Maschinen, z.B. einen Generator betreiben kann.

Der Boden ist unfruchtbar. Um Gemüse anzubauen, müßte man ständig Rinderdung verwenden. Das ist teurer als Gemüse zu kaufen. Deshalb bauen Frauen im Dorf Mbigili Gemüse für uns an. Sie freuen sich über ihre neue Einkommensquelle.

Wichtig für uns ist allerdings, dass unsere Kinder Gemüsesorten und ihren Anbau kennen lernen. Deshalb hat jedes Haus ein kleines Stück Land zum Bewirtschaften erhalten, für das Hausmutter und Kinder verantwortlich sind.

Unser Lehrgarten

In einem anderen Tiel des Geländes hat Richard, unser Gartenfachmann, Probesaaten ausgesät: Mais, Erdnüsse, Bohnen, Rosella (Malventee), Artemisia (Antimalaria Tee), Kürbis, Kartoffeln, Melonen und Cassava. Auf das Ergebnis warten wir noch.

Aussaat

Viehhaltung: 20 Hühner versorgen uns schon mit Eiern. Es sind traditionell afrikanische Hühnersorten. Sie legen nur ca 120 Eier pro Jahr. Dafür brauchen sie aber kaum Futter, sie suchen es sich auf dem Gelände. Sie sind prächtig anzusehen, denn sie haben ganz verschiedene Farben. Bald muß ein fester Hühnerstall gebaut werden, denn Küken werden immer wieder von Schlangen gefressen.

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Ein Kaninchenstall ist im Bau aus Restholz.
Der Kuhstall fehlt noch.
Vier Hunde bewachen das Gelände.

Ein Volley- und ein Fußballfeld sind angelegt.

Ein Spielplatz für die Kleinen folgt, wenn die erste Hausgruppe fertig gebaut ist. Er wird in dem Gelände zwischen den vier Häusern angelegt werden.

In einem anderen Teil des Geländes werden Dachziegel produziert.
Der neu erworbene Teil wird demnächst zum Teil gerodet, um Kuhweiden anzulegen.

Einen besonderen Platz nimmt unsere Pilzzucht ein. Hier ein Bericht von unserer Voluntärin Anna Lena:
Die Pilzzucht

Pilze sind ein seltenes Gut in Tansania, denn der Anbau und die Pflege sind aufwendig und nicht ganz einfach zu erlernen. Von Mama Ursula ermutigt, belegte unser Mitarbeiter Richard einen 4-wöchigen Intensivkurs in Dar es Salaam und betreut seither unsere kleine Pilzzucht.

Lehmhaus für die Pilzzucht

In zwei eigens dafür gebauten Lehmhäusern, welche mit einem Fungizide begünstigendem Anstrich versehen worden sind, werden auf Holzgerüsten aufgereihte, mit Folie umhüllte Stroh-Getreide Mischungen gelagert.
Dies ist der optimalen Nährboden für die Pilzsporen, welche dem Gemisch nach der Vorbehandlung zugefügt werden.
Das Strohgemisch muss in Wasser getränkt zwei Wochen ohne Sonnenlicht ruhen, bevor alles abgekocht und in Folienschläuche gefüllt wird.
Nach einer Trockenzeit werden die Sporen “eingepflanzt” und nach ca. vier Wochen beginnen die ersten Pilze zu sprießen.

Simon beim Aufbringen des Pilzsporen

Betreten darf man die Pilzhäuser in denen es immer angenehm kühl ist, nur nach dem Desinfizieren der Schuhe in einem Desinfektionsbad, welches vor der Türschwelle eingelassen ist.
Täglich werden die Keimlinge von Hand mit einer Sprühflasche befeuchtet, um das Klima stabil zu halten.
Da wir in mehreren Etappen produzieren, kann eigentlich fast ständig geerntet werden.

Richard beim Prüfen des Reifegrades der Austernpilze

Unsere Austernpilze finden dankbare Abnehmer in der Stadt, vor allem bei Weißen. Der Verkaufspreis von 4000 TSH/kg ( =2,50 Euro) ist für die meisten Tansanier unerschwinglich. Der Verkauf der Pilze schafft uns ein kleines Einkommen und trägt so zu unserem Unterhalt bei, stärkt aber auch die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Projekt und ermöglicht so die direkte Partizipation des Einzelnen am großen Gemeinschaftsprojekt “Kinderdorf”.

Weitere Projekte dieser Art, wie zum Beispiel die Gewinnung von eigenem Honig (zwei Bienenvölker sind schon auf unserem Gelände angesiedelt), selbst genähten Kleidern, Maschine gestrickten Pullovern – Teil der Schuluniform - oder selbstgebackenem Brot.

 

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