Samson

 

Rotes Haus


George Kayugwa
GeorgeGeorge tauchte eines Tages im Juli 2008 allein beim Bürgermeister von Mbigili auf. Er war in schlechter körperlicher Verfassung und sprach nicht. Der Bürgermeister, der ihn nicht kannte, brachte ihn dann in unser Kinderdorf. Im laufe der folgenden Wochen stellte sich heraus, dass George nur sehr wenig Suaheli verstand und sprach. Er verstand nur Hehe, die Sprache seine Stammes. Neben schwerer Mangelernährung, litt er auch an Sandwürmern in den Fingern und Zehen. Erst als nach einigen Wochen eine alte Frau ins Kinderdorf kam und angab, seine Großmutter zu sein, kam etwas Licht ins Dunkel von Georges Vergangenheit. Seine Mutter war kurz nach seiner Geburt gestorben und sein Vater unbekannt. Er wuchs bei seiner Großmutter auf in einem sehr abgelegenen Dorf. Da die Oma Tuberkulose hat und immer krank war, musste George schon sehr früh und sehr hart arbeiten. George wurde irgendwann im Jahr 2001 geboren. Kein Wunder, dass die Oma angab, George hätte noch nie viel gesprochen. Auch fällt auf, dass George in seinem Leben bisher niemals gestreichelt oder in den Arm genommen wurde. Wenn er heute Ursula sieht, läuft er zu ihr und würde sich am liebsten stundenlang streicheln lassen, ohne einen Laut von sich zu geben. George hat sich langsam ins Kinderdorf eingewöhnt. Der Kontakt zu den anderen Kindern tut ihm gut, obwohl er durch seine Schüchternheit und die Verständigungsprobleme leicht in den Hintergrund gerät. Seine körperliche Verfassung hat sich sehr verbessert, und schwere Krankheiten wurden glücklicherweise nicht festgestellt.Er ist immer noch ruhig und zurückhaltend, doch mittlerweile kann er sich verständigen und hat viele Freund gefunden. Er besucht die Grundschule und ist ein guter Schüler.

Sebastian Lusas
SebastianSebastian Lusasi wurde 2001 geboren und wohnte nicht bei seiner Oma, sondern ein paar Huetten weiter bei seiner Mutter, die mit einem inzwischen verstorbenen Sohn der Oma verheiratet war. Vor einem Jahr hat sie neu geheiratet, und da begann fuer Sebastian ein Martyrium: Der neue Mann im Leben der Mutter schlug ihn, ließ ihn hungern, drohte ihm mit dem Tod, sodaß er aus diesen Verhältnissen gerettet werden musste. Trotzdem ist er noch sehr ungluecklich bei uns und wuenscht sich nichts mehr, als wieder zu seiner Mutter zurueckkehren zu duerfen- ohne deren Mann. Seba, wie er von allen genannt wird, geht in die Grundschule. Er ist zurückhaltend und hat oft Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Seba wirkt oft abwesend und traurig. Sein größter Wunsch ist es wieder zu seiner Mutter zurückkehren zu dürfen ohne deren Mann.

Leila Bahati (=Glück) Njali
LeilaLeila (geb 20.05.1999) Eltern starben 2004, der Vater im Februar, die Mutter drei Wochen später im März. Seit dem Tod der Eltern lebte Leila bei ihrer Großmutter in sehr ärmlichen Verhältnissen: Gras gedeckte Lehmhütte, in der es an vielen Stellen durchregnet, keine Möbel, schlafen auf dem Fußboden auf einer Matte, ohne Decke, zu wenig zu essen. Außerdem fühlte sich die Großmutter überfordert mit Leilas Erziehung und freut sich sehr, dass das Kind nun ein neues Zuhause gefunden hat. Leila besucht die vierte Klasse. Sie ist stark unter- und fehlernährt, aber gesund. Sie ist ein sehr liebes, zurückhaltendes Kind. Die Großmutter werden wir von Zeit zu Zeit mit Lebensmitteln unterstützen, wenn es nötig ist. Außerdem erhält sie eine Decke. Leila besucht die 5.Klasse und ist eine gute Schülerin. Außerdem ist sie begnadete Tänzerin und singt gerne. Auch beim Sport ist sie immer vorne mit dabei. Sie ist ein liebes und zurückhaltendes Mädchen, das sich gut bei uns entwickelt.

Noel Mlula
Noel Noeli wurde am 25.12.2000 geboren. Das Todesdatum des Vaters ist uns unbekannt, die Mutter verstarb am 18.5.2007. Seither lebte Noeli zusammen mit fünf anderen verwaisten Enkeln bei der Großmutter. Die Lebensumstände waren nicht gut: katastrophale Wohnverhältnisse (zwei Räume für sieben Personen, keine Möbel, nur Schlafmatten ohne Decken, undichtes Grasdach, dicke Risse in den Lehmwänden), oft gab es nichts zu essen. Noeli ist nicht gesund: er hat ein aufgedunsenes Gesicht, aufgedunsene Hände und Füße, Anzeichen für eine Eiweißmangelerkrankung. Heute ist Noel noch ein sehr ruhiges Kind, das als einziger am Daumen lutscht. Allerdings hat er sich sehr gut bei uns eingelebt. Noel besucht die 1. Klasse, will aber lieber zu den Großen gehören. Von in den Arm nehmen und Kuscheln hält er nur noch wenig. Noel ist ein nettes und hilfsbereiter Junge, der bei allen sehr beliebt ist.

Edgar Edson Egdid Mbigili
EdgarEdgar kam im November 2008 zusammen mit drei seiner Bürder und Cousins zu uns ins Kinderdorf.
Davor lebter er mit seinen sieben jüngeren Geschwistern bei der Großmutter. Edgar wurde 1994 geboren und geht noch in die Grundschule.
Er ist ein begnadeter Sportler und vorallem beim Fußball spielen geht er völlig auf. Edgar singt außerdem sehr gerne und hat eine schöne Stimme. Er hat sich sehr gut bei uns eingelebt und viele Freunde gefunden.

Asnat Mgata
AsnatAls Asnat im November 2008 zu uns kam, war sie zwei Jahre alt. Allerdings war sie kleiner und leichter als unser 12 wöchiges Baby Theresia. Sie war stark fehlernährt und litt seit ihrer Geburt an Malaria. Ihr Vater hatte drei Frauen, die alle gestorben sind, sodass Asnat bei ihm und dessen Mutter aufwuchs. Leider ist die Familie so arm, dass es wohl seit ihrer Geburt nur Maisbrei gab. Der Vater ist zudem Alkoholiker und die Großmutter kifft. Wir haben Asnat, da sie so teilnahmslos wirkte, gleich ins Krankenhaus gebracht, wo man sie gleich wieder mitgab: entweder berappelt sie sich durch die besseren Umstände oder eben nicht. Und das hat sie. Sechs Monate später ist sie fast nicht wiederzuerkennen. Sie hat wache Augen, lacht und spielt mit den anderen Kindern. Sie hat zugenommen und ist ein gutes Stück gewachsen. Außerdem kann sie seit ein paar Wochen laufen und die ersten Worte sprechen. Sie hat sich sehr gut eingewöhnt und wir hoffen, dass sie sich weiterhin so gut entwickelt.

Haji Mgovano
haji.jpgHaji (geb. 07.04.2005) kam lebensgefährlich erkrankt im April 2008 ins Kinderdorf. Seine 15jährige Schwester Priska war nach dem Tod ihrer Mutter 2007 mit der Versorgung ihrer fünf Geschwister überfordert. Als dann im März 2008 auch noch ihr Vater starb beschloss sie, Haji in die Obhut von Ursula Lettgen zu geben, von der sie über eine andere Frau im Dorf gehört hatte. Seit April sind beide nun im Amani Home in Mbigili, während die vier Geschwister von einem Onkel im Heimatdorf Isoliwaya versorgt werden. Kurz nach ihrer Ankunft stellte sich heraus, dass Haji an einer Lungenentzündung und an von Sandflöhen zerfressenen Füssen litt, so daß er nicht laufen konnte und den ganzen Tag vor Schmerzen schrie. Außerdem hatte er panische Angst vor weissen Menschen, was sich bis heute noch nicht ganz gelegt hat. Nach einer drastischen Penecillin-Spritzkur geht es ihm heute körperlich wesentlich besser. Haji war total auf seine Schwester fixiert. Heute, ein Jahr später, ist davon nichts mehr zu sehen. Haji erfreut sich bester Gesundheit, spielt mit allen Kindern und lacht beinahe den ganzen Tag. Er ist sehr neugierig und zusammen mit seinen Freunden Maurus und Sophia heckt er allerlei Quatsch aus.

Maria Lwula
Maria Maria (geb. am 3.3.1996) ist vom ersten Tag an eine grosse Hilfe fuer die Hausmamas. Sie arbeitete sofort mit und hat sich auf ihre stille Art bei allen beliebt gemacht.
Sie lebte nach dem Tod der Eltern zunächst mit ihrer älteren Schwester im Dorf Mwembetogwa zusammen, aber da diese nun heiraten will, bleibt kein Platz mehr fuer sie, und andere Verwandte sind ihr nicht bekannt. Sie ist in Klasse fuenf und dort eine der 12 besten von 94 Schuelern in einer Klasse. Sie liebt Mathe und möchte später Nonne werden.

Vom Gemeindevorsteher von Mbigili wurden diese Kinder aus total kaputten Familien zu uns gebracht.