Der Februar war ein turbulenter Monat mit Höhen und Tiefen, neuen Gesichtern, viel Besuch und viel zu tun. Zunächst ins Gewicht fällt der Besuch von Klaudia Schmitz und Marlies Ballmann-Wahl vom Verein in Schaephuysen, die seit Mitte Januar im Kinderdorf kräftig mit anpackten. Besonderes Augenmerk lag hierbei auf dem Projekt Home Based Care, einem der Nebenprojekte des Kinderdorfs, bei dem es darum geht, Kinder aus bedürftigen Familien mit den nötigsten Grundnahrungsmitteln, Medizin und Schulbedarf zu unterstützen. Klaudia und Marlies nahmen im Zuge ihrer Arbeit nicht nur das HBC Programm des AOHM unter die Lupe, sondern hospitierten auch für mehrere Tage im IOP, einem benachbarten Waisenheim mit bedeutend größerer HBC Abteilung, um Eindrücke und Ideen zu sammeln. Nach dem Besuch von 5 Familien, die für ihre Kinder um Aufnahme ins Kinderdorf gebeten hatten, wurde uns außerdem klar, dass die Kriterien für eine HBC Versorgung oder eine eventuelle Aufnahme ins Kinderdorf immer wieder überprüft werden müssen. In der dritten Februarwoche verabschiedeten sich dann Klaudia und Marlies und machten sich auf die lange Heimreise nach Deutschland.
Einige Tage zuvor hatten wir Zuwachs im Kinderdorf bekommen, der unsere Aufmerksamkeit sehr beanspruchte. Fausta (2 Jahre) und Savio (9 Monate), noch verstört vom plötzlichen Tod der Mutter, wurden von ihrem überforderten Vater ins Kinderdorf gebracht. Mittlerweile leben sich die beiden relativ gut ein, obwohl für Fausta im Moment noch dadurch Probleme entstehen, dass sie ausschließlich ihre Stammessprache spricht.
Zuwachs gab es auch bei den permanenten Helfern im Kinderdorf. So werden wir seit etwa Mitte des Monats von Luna unterstützt, die als Praktikantin in der Schule im nahegelegenen Dorf Englischunterricht gibt. Hilfe erhält sie dabei von Malenka, die ebenfalls seit kurzem in der Schule einen Englischclub leitet.
Auch die weitere Hilfe für die Schule durch Arbeitsmaterial wie Bücher und Schreibpulte macht gute Fortschritte. Überhaupt läuft die Arbeit im Kinderdorf momentan ausgezeichnet. Nach längerer Pause läuft nun auch der Brotverkauf seit Anfang des Monats wieder regelmäßig, und wöchentlich liefert das AOHM nun 15 Brote an Supermärkte in Iringa.
Seit Ende Januar nimmt das AOHM an einer amerikanischen Kooperationsstudie teil, die untersucht, wie gut das „Plumpy Nut“ Programm anschlägt; ein Ernährungsprogramm, das unter- oder fehlernährte Kinder mit einem Nahrungsergänzungsmittel versorgt, speziell entwickelt, um das Ernährungsdefizit und Folgeschäden aufzufangen. Harriet, ein 14 Monate altes Kind, das im Januar mit starker Unterernährung zu uns kam, nimmt teil, wird wöchentlich gewogen und macht große Fortschritte. Sie ist seit dem viel aktiver, fröhlicher und macht mittlerweile sogar erste Laufversuche, an die bis dato nicht zu denken war.
Zu guter Letzt erhielten wir Ende des Monats Besuch von Roland Z. und seinem Sohn Mark, die das AOHM ein Jahr zuvor bereits besucht hatten. Roland arbeitet in Iringa am Aufbau eines Trainings- und Informationszentrums für die Eltern behinderter Kinder, die bis jetzt in Ostafrika wenig bis gar keine Unterstützung erfahren. Es grüßen aus Mbigili Beate Mundt, Malenka und Philip
Im Januar kehrt die Normalität zurück ins Kinderdorf. Die Schule
beginnt, 29 Kinder besuchen jetzt die Grundschule in Mbigili-
hier die Direktorin der Schule mit einigen unserer Kinder-
nur noch neun verbleiben in unserem Kindergarten, insgesamt 8 Kinder
besuchen verschiedene weiterführende Secondary Schools in Iringa.


Foto Kindergarten im AOHM, Schule in Mbigili
Unsere Freiwilligen Philip und Malenka haben den Brot- und Pilzverkauf
organisiert und leichte Verbesserungen wie Hefezopf eingeführt, welcher
von Mama Oliva perfekt gebacken und in der Stadt gern gekauft wird.


Foto Mama Oliva mit Hefezopf, Pilze
Der Hühnerhof wurde um einige Quadratmeter vergrößert und ein Inkubator,
der mit Kerosin befeuert wird, angeschafft, um effektiver Eier
ausbrüten zu lassen.

Foto Inkubator Hühnerhaus
Die Maxihäuser sind fast fertig, es warten bereits 11 Waisenkinder aus
den umliegenden Dörfern darauf, mit uns zu wohnen, sobald die 8 großen
Jungs und 8 Mädchen in ihre neuen Häuser ziehen. Zwei weitere Hausmamas
werden gerade eingearbeitet.

Foto Maxihaus
Der Januar ist auch ein Monat mit vielen Besuchern aus Deutschland. Zur
Buchprüfung ist Marlies Hoesemans vom Freundeskreis aus Schaephuysen
angereist, um sich vom ordnungsgemäßen Zustand der Buchführung im
Speziellen und der gesamten Anlage im Allgemeinen zu überzeugen. Die
Kinder und Mitarbeiter freuten sich sehr, sie wiederzusehen. Auch zum
Boardmeeting – das tansanianische Gremium, welches wichtige
Entscheidungen zum Kinderdorf trifft – war sie eingeladen.

Foto Boardmeeting mit M. Hoesemans
Sieben weitere Gäste, die dem Kinderdorf eng verbunden sind, hatten und
haben eine schöne Zeit in Mbigili, und auch unsere Pädagogin Beate Mundt
ist wieder hier, um in meiner Abwesenheit die Hausmamas zu unterstützen.
Ich bin ab Februar wieder für einige Monate in Deutschland, um Spenden
für das Projekt zu sammeln und hoffe auf Ihre Unterstützung.
Herzlichen Dank von
den Kindern, Mitarbeiten, Freiwilligen, Beate Mundt und Ingo
Lenz