Berichte aus dem Waisenhaus in Mbigili
Posted in Allgemein, Kinder, Rundbriefe on 01/04/2008 10:19 pm by admin
Das Kinderdorf befand sich bei meiner Rückkehr in sehr gutem Zustand. Das Gatter ist fertig, und stolz trägt unser Watchman Simon seine neue Uniform (hier mit Farmmanager Richard).
Wasser und Elektrizität vereinfachen unser Leben hier sehr und der Erfolg zeigt sich konkret auf der Farm: Jetzt, zum Ende der Regenzeit, laufen überall Tierkinder herum, Gemüse und Früchte müssen nicht mehr auf dem Markt eingekauft werden.
Die Kids Klubs (altersgemäße Gruppen unserer Kinder, die selbstbestimmt sind, ihre eigenen Bürgermeister und Sprecher wählen) werden von den Mamas an diverse Aufgaben wie Feld bestellen, Tiere großziehen, Theater spielen, herangeführt; am Abend gab es Stockbrot.
Die großen Kinder durften für einen Radiosender in Iringa vier ihrer Lieder aufnehmen….
…während die Kleinen bei uns auf den Tischen tanzen.
Ebenso aufregend war der Besuch einer Berufsschule, wo sie sich über verschiedenste Berufsausbildungen informierten.
Seit Ende März kommt es in den nördlichen Landesteilen wegen ausbleibenden Regens zu einer grossen Hungersnot. Seit Wochen fahren LKW-Kolonnen des Militärs an unserem Kinderdorf vorbei, beladen mit nahezu der gesamten Ernte unserer Region, um sie zu den Hungernden zu bringen. Resultat: Die Nahrungsmittel bei uns werden knapp. Das spüren wir, weil immer mehr Familien aus der Umgebung kommen, um um Hilfe zu bitte- sie kriegen ihre Kinder nicht satt. Unsere Ernte dies Jahr ist groß genug, um auch anderen zu helfen- aber wann ist ein Schlußpunkt erreicht? Yonah und seine Mutter sind nur ein Beispiel von vielen.
Bitte helfen sie uns, die komplexe Arbeit zugunsten unserer Kinder auch hier weiterführen zu können. Spendenmöglichkeiten finden sie auf www.mbigili.de oder facebook: Amani Orphans Home Mbigili.
Liebe Grüsse von den Kindern und dem gesamten Team,
Ingo Lenz
Es wird Herbst in Mbigili, und die Osterferien stehen vor der Tür. Trotzdem müssen alle angefangenen Arbeiten fertiggestellt werden, das betraf zuallererst die Erweiterung des Arbeiterhauses, in dem auch unsere beiden Freiwilligen wohnen.
Den Kindern geht es gut. Alle sind mehr oder weniger gesund und guter Dinge. Die größeren Kinder haben das Berufsausbildungszentrum in Iringa besucht und sich über die Berufe Tischler, Automechaniker, Näherin und Büroangestellte informiert. Danach wurde noch ein kurzer Zwischenstopp am Fluss eingelegt.
Besucher aus Deutschland, wie die ehemalige Freiwillige Mandana oder unser Homepage-Betreuer und – Bewahrer Sebastian, freuten sich über die Vorführung der Karateübungen aller Kinder, und waren schwer beeindruckt.
Außerdem erlebten sie den Start der Kids-Klubs mit:
Die Klubs finden immer am Donnerstag statt und starten um 16.30 mit einer halben Stunde Farmarbeit. Dann treffen sich die Kinder in ihren “Klubgruppen”, die nach dem jeweiligen Alter aufgeteilt sind. Dort besprechen dann zwei Mamas mit den Kindern, über was gesprochen werden soll, bzw. was die Kinder in der darauffolgenden Woche machen wollen. Danach werden die geplanten Aktivitäten durchgeführt. Verschiedenste Spiele, Sport, etwas bauen, Themen besprechen und vieles mehr. Eine gute Übung, um etwas selbstständiger zu werden.
Am 23. März begannen die Osterferien.
Ich fliege jetzt wieder für die kommenden drei Monate nach Mbigili und bitte sie herzlich, auch in Zukunft unserem Kinderdorf gewogen zu bleiben.
Frohe Ostern wünschen
Ingo Lenz und das gesamte Team
Der Februar ist ein nasser, ruhiger Monat in Mbigili. Das Leben geht seinen Gang, Besucher kommen und gehen, Bauarbeiten werden beendet und neue begonnen…hier die Erweiterung unseres Männerwohnhauses. Unsere Angestellten wohnen ja alle auf dem Gelände, daher platzen wir aus allen Nähten.
Um zu ermessen, wie sehr das Kinderdorf gewachsen ist, hier ein aktuelles Luftbild:
Und trotz Regenzeit haben wir jetzt IMMER Strom! Eine weitere Revolution für das tägliche Leben vor Ort!
….kam dann der große Tag: Vor 2000 Zuschauern zeigten die beiden auf der Hauptbühne ihr Können. Und waren so stolz! Niemals werden sie diesen Tag vergessen und hoffentlich verstehen: Man kann alles erreichen im Leben, wenn man es nur richtig will!
In diesem Sinne bitte ich Sie, auch weiterhin mit Ihren Spenden zu helfen, dass allen unseren Kindern solche Chancen eröffnet werden können.
Mehr Infos finden Sie auf www.mbigili.de
Herzlichst,
Ingo Lenz und das gesamte Team vom Kinderdorf
Der Januar ist traditionell der Monat, in dem Marlies Hoesemans aus Schaephuysen zu Besuch kommt, um die Buchhaltung zu überprüfen. Keine Beanstandungen.
Eine Ärztegruppe aus Minnesota, USA, die mit der lutheranischen Kirche zusammenarbeitet, besuchte das Kinderdorf, und hatte Spass ohne Ende.
Unsere Boardchefin Irene Mkini traf sich mit den grossen Mädchen zum regelmäßigen „Aufklärungsgespräch“.
Manche revolutionären Entwicklungen kommen zunächst unscheinbar daher: Dies Foto zeigt unseren fertigen, verbundenen Tiefbrunnen, der seit Jahresbeginn dafür sorgt, dass Trinkwasser aus 121 Meter Tiefe aus allen Leitungen sprudelt. Eine immense Arbeitserleichterung!!
Und auch die Kinder entwickeln sich in die richtige Richtung: Als kürzlich vier Kinder aus der Nachbarschaft, sehr abgerissen und verwahrlost, zu Besuch kamen, entschied Nuru sich spontan, ihnen einige von ihren wenigen Kleidern zu schenken, und schon liefen alle Kinder los, um auch abgelegte Kleidung zu holen und weiterzugeben. Das ist in Tansania absolut unüblich.
Als unsere Grossen mit dem letzten Sammeltaxi vom Karateunterricht aus dem Nachbardorf zurückfahren wollten, verlangte der Fahrer einen überzogenen Fahrpreis. Anstatt zu zahlen, beschwerten sich die Kinder und warteten 45 Minuten auf unseren Wagen, um sie zu holen.
Für mich heisst das: Der Samen geht auf.
Ich fliege jetzt für 2 Monate nach Deutschland, um Spenden für die Kinder zu sammeln. Wenn Sie Interesse an einem „Live“- Bericht über das Projekt haben, kontaktieren Sie mich bitte per mail: ingolenz@gmx.net
Liebe Grüsse von allen Mitarbeitern und den Kindern,
Ingo Lenz
Der Dezember ist , wie jedes Jahr, prall mit Aktivitäten gefüllt. Da die Kinder Schulferien haben, werden sie von uns rund um die Uhr beschäftigt- Nachhilfe, Karate, Ausflüge, Besucher.
Aber auch die Hausmamas sind in der Zeit nicht untätig. Zum zweiten Mal konnten wir ihnen einen 9tägigen Workshop von der südafrikanischen Organisation REPSSI anbieten- Psychosocial Wellbeing of Children und Caretakers. Der Workshop war ein voller Erfolg.

Wie im letzten Jahr kam wieder unser Musiklehrer Hassan, um die Kinder 2 Wochen lang intensiv zu fordern: 2 neue Choreographien sowie Gitarren, Xylophon-und Keyboardunterricht wurden einstudiert.

Dann näherte sich der Höhepunkt des Kinderjahres: Weihnachten. Die Weihnachtsgeschichte wurde aufgeführt, und ein Student aus Iringa kam als Überraschungsgast Baba (Vater) Christmas, um den Kindern und Angestellten kleine Geschenke zu überreichen. Danach gab es ein Festessen (Kalbsbraten und Torte) und die Kinder führten die neu erlernten Tänze vor.


Zwischen den Jahren ist es still im Kinderdorf. Alle Kinder, die die Möglichkeit haben, besuchen ihre Restfamilien, nur ungefähr 15 bleiben zurück. Mit denen verbringen wir einen fröhlichen, optimistischen Jahreswechsel und wünschen Ihnen, liebe Spender, heute einen guten Rutsch und nur das Beste für 2013. Bleiben Sie den Kindern gewogen.
Herzliche Grüsse,
Ingo Lenz und das gesamte Team