Samson

Archive for August, 2010

Was geschah im Juli 2010?

Im Juli hat die Schule wieder angefangen, und alle Kinder sind wohlbehalten aus den Ferien zurückgekommen. Unsere drei Erstklässler durften nach nur einem halben Jahr in die zweite Klasse gehen. Die vier Kinder in der letzten Klasse der Grundschule lernen kräftig, denn schon bald stehen Examen an. Auch während der Ferien wurde fleißig gelernt. Jetzt sogar jeden Sonntag nach der Kirche.

Alle arbeiten mit frischer Energie. Am pädagogischen Konzept wird von unserer Freiwilligen Wiebke Schaper und den Mamas weiter gearbeitet. Auch an den Wochenendaktivitäten nehmen wieder mehr Kinder teil. Es wurde zusammen gekocht, auf Berge geklettert oder in unserer „Disco“ zu Bongo Flava (Ostafrikanischer Hip Hop) und Gospel getanzt. Letzte Woche haben wir mit den Älteren einen Foto Workshop gemacht. Die Kinder konnten Fotoapparate ausprobieren, sich die Ergebnisse am Computer ansehen und ein Bild pro Kind aussuchen, das sie entwickelt haben möchten.

Vor einiger Zeit haben wir hier angekündigt, dass unser Freiwilliger Jan Brot in der Stadt verkauft. Die Nachfrage ist groß und so konnten wir im letzten Monat das Gehalt für eine Hausmutter finanzieren.

Leider gibt es auch nicht so schöne Dinge zu berichten. Eines unserer kleinen Kinder geriet an einen Topf mit heißem Fett und hat sich schwere Verbrennungen zugezogen. Wir sind sofort nach Iringa in das Krankenhaus gefahren. Doert wurde es fünf Tage behandelt. Dr. Trish im Ocean Road Hospital in Dar es Salaam, die auch unser Mondscheinkind Upendo behandelt, hat uns mit speziellen Verbänden ausgeholfen, um den Wundheilungsprozess zu unterstützen. Vielen Dank dafür! Inzwischen ist unser kleiner Patient wieder zurück im Kinderdorf und wird von Hausmüttern und Freiwilligen gut versorgt. Momentan sieht es so aus, dass er rasch wieder gesund wird.

Eine weitere schlechte Nachricht betrifft leider unsere Direktorin Ursula. In den letzten Tagen hat sich ihr Gesundheitszustand verschlechtert und sie musste sich zur Behandlung wieder nach Deutschland begeben. Wir wünschen ihr gute Besserung!

 

Was geschah im Mai / Juni

Herrliches Sommerwetter – nicht zu heiß, nicht zu kalt. Traumhafte Umgebung. Könnten Sie sich vorstellen, hier Urlaub zu machen, auch wenn der Weg weit ist?

Und was erwartet Sie außerdem? Vierzig Kinder, alle sehr lieb und hilfsbereit, immer aufgeschlossen für Besucher. Einige sind noch im Kindergarten, andere in der Primary School (7 Jahre). Der älteste ist 16.

Vier Mädchen verlassen im September die Primary School und erhalten dann eine weitergehende Ausbildung. Welche, das hängt von dem Prüfungsergebnis am Schluß der 7. Klasse ab. Alle lernen sehr viel und sehr eifrig.

Von unseren älteren Schülern sind zur Zeit Adjusta und Theresia hier.Theresia macht eine Hauswirtschaftsausbildung, Adjusta eine Landwirtschaftslehre an der gleichen Ausbildungsstätte in Moshi, wo auch Richard gelernt hat. Sie hilft uns sehr: Kühe melken, eventuelle Krankheiten der Tiere behandeln, und natürlich auch im Gemüsegarten.

Die Studenten haben keine Ferien. Gloria Lyimo (Wildlife Management) steckt im Examen. Gerald Chuwa (Councelling: etwa Lebensberatung) macht bis zum Februar Praktika in verschiedenen Einrichtungen: Schwerpunkt Aids-Beratung.- Damaris Nzilili studiert im zweiten Jahr Medizin und ist die beste in ihrem Jahrgang (78 Studenten).

Seit drei Wochen sind wir ohne Wasser. Nur aus unseren Zisternen können wir noch Wasser schöpfen. Der Grund: Beim Straßenbau ist unsere Leitung zum vierten Mal von einem Bagger durchtrennt worden. Wir haben sie zwar jedesmal repariert, aber das Wasser fließt nicht. Wahrscheinlich ist die ganze Leitung voller Sand. Wir suchen jetzt die Verbindungsstücke der Leitungen, von denen aus wir durchspülen können. Das ist nicht ganz einfach, weil wir den genauen Verlauf der Leitungen nicht genau kennen.

Ende letzten Jahres ließen wir ein Bohrloch bohren mit sehr gutem Ergebnis: 320 l Wasser pro Stunde. Nun warten wir noch darauf, dass Godi, unser Baufachmann, eine fünf m hohe Plattform baut, auf die dann endlich eine Solarpumpe und ein 2000l-Tank installiert werden können. Auf einen anderen Handwerker wollen wir uns nicht verlassen, denn oft wird schlechte Arbeit geliefert, und damit ist uns nicht gedient.
Allerdings wissen wir noch nicht, ob unser Geld, mit dem wir bis Ende September auskommen müssen, für die Solarpumpe reicht.
Godi baut zur Zeit unser Gästehaus, das zunächst als Verwaltung genutzt wird. Der Rohbau ist fast fertig. Es wird schön. Heute ist Gras zum Decken des Daches angeliefert worden.

Wer uns helfen möchte bei der Anschaffung der Solarpumpe und des Wassertanks, – wir würden uns sehr freuen!

Wir haben eine trächtige Kuh – Lotte – gekauft.
Die Erweiterung des Schweinestalls ist fertig. Nun haben die Schweine genug Platz und können auch draußen rumlaufen.

Herzliche Grüße, auch von unseren Angestellten, Kindern und Freiwilligen.

Ursula Lettgen

PS: Gerade kommt die gute Nachricht, dass das Wasser wieder fließt. Gott sei Dank!

Was geschah im Juni 2010?

Anfang Juni kehrte Richard von seinem Praktikum in Deutschland zurück, begeistert, wie gut er aufgenommen wurde und wieviel er für seine Farmarbeit im AOH Mbigili gelernt hat. Er hat sich gleich darangemacht, hier vieles zu verändern und zu verbessern.

Das Gästehaus einschließlich Dachstuhl ist fertig gebaut Innen arbeitet der Installateur. Fenster und Türen kommen heute.

Von den Kindern gibt es kaum etwas zu berichten: Es sind Ferien, und die allermeisten sind nach Hause gefahren, d.h. zu jemandem aus ihrer Familie, der für sie in dieser Zeit verantwortlich ist..
Die vier Schülerinnen der 7. Klasse müssen allerdings im Kinderdorf bleiben, um für die Abschlußprüfung zu lernen. Sogar sonntags gehen sie zur Schule!

Gestern hatte unser Fahrer Evarist einen Verkehrsunfall. Er wurde plötzlich ohnmächtig – wahrscheinlich ein leichter Schlaganfall. Mama Mosha, die neben ihm saß, konnte geistesgegenwärtig seinen Fuß vom Gaspedal ziehen. Ein Kind (6. Schuljahr), das am Straßenrand stand, wurde verletzt und muß eine Woche im Krankenhaus bleiben. Das Auto landete im Straßengraben, blieb aber fahrtüchtig.

Herzliche Grüße von uns allen!

Ihre
Ursula Lettgen