Samson

Archive for Oktober, 2009

Was geschah September / Oktober 2009

Ein Bericht von unserer Freiwilligen Lisa Marx.

Den Kindern geht es allen gut sie entwickeln sich prächtig und machen alle einen zufriedenen und glücklichen Eindruck. Nach einer Windpockenphase, von denen ca. 12 Kinder betroffen waren und 6 gleichzeitigen Malariafällen sind zur Zeit alle wieder gesund und munter.
Theresia, unsere Jüngste, kann sogar schon laufen. Aber am liebsten wird sie immer noch von einem der älteren Kinder getragen. Der Kindergarten unter der Leitung von Magdalena läuft richtig gut. Die Kleinen lernen englische Lieder und können alle schon zählen. Seit dem 5. Oktober kommen sogar Kinder aus Mbigili in unseren Kindergarten..Ihnen gefällt es sehr gut und sie verstehen sich gut mit unseren Kindern. Am 23. September gab es eine große Feier, da 18 unserer Kinder getauft wurden. Der Pfarrer kam extra zu uns ins Dorf und gemeinsam mit einigen Dorfbewohnern und Verwandten der Täuflinge haben wir bis abends gefeiert und gegessen.

Am 3. Oktober gab es dann die nächste Feier. Maria wurde gefirmt. Nach einer Messe in Mbigili wurde sie von allen Kindern, Mamas und Mitarbeitern des Dorfes mit Luftballons und Seifenblasen empfangen. Zur Feier des Tages gab es Kuchen, Popcorn und Rosellatee. Bis abends haben wir gefeiert, gesungen und getanzt. Marias Schwester und deren Tochter waren auch dabei.

Für unsere beiden Mondscheinkinder Lillian und Upendo haben wir Extrakleidung aus den USA bekommen, UV-abweisende Folie für die Fenster gekauft und Spezialkappen hergestellt.

Der Tierbestand im Kinderdorf ist ständig am wachsen. Am 1. Oktober hat unsere Kuh Lisa einen kleinen Leo geboren. “Leider” ist es ein Bulle und wird daher wahrscheinlich gemästet und anschließend verkauft. Weitere Kühe sind trächtig und erwarten bald ihre Kälber. Wir sind gespannt. Kuh Lisa gibt viel Milch, das ist gut so. Der Plan ist, dass jedes Kind pro Tag eine halbe Tasse Milch bekommt. Wir wissen nur noch nicht, wie die Kinder sie vertragen. Des Weiteren haben wir mittlerweile einige Enten, viele Meerschweinchen und Hasen mit 4 ganz kleinen Hasenbabys. Unser neuster Zuwachs sind ca. 30 Tauben, die wir aus dem Dorf bekommen haben. Eine traurige Nachricht gibt es leider auch, unser Dorfaffe Obama wurde wahrscheinlich von einem Vogel getötet, zumindest ist er uns seit 2 Wochen nicht mehr begegnet.

Auch die Pilzzucht macht große Fortschritte, gerade gab es eine Pilzernte. Sie sind zum Einen für den Eigenbedarf und zum Anderen werden sie für 500 tsh pro Kilo in der Stadt verkauft. Die Biogasanlage kann bald genutzt werden und somit das Dorf um einen weiteren Faktor bereichern. Außerdem sind zur Zeit fleißige Arbeiter dabei die Gruben für die vier geplanten Tiefenbrunnen auszuheben.

Seit ca. 2 Monaten wird der von Deutschland gesponserte Ofen öfters und vielseitiger genutzt. Es wird nicht mehr nur Brot, sondern auch Kekse, Pizza, Kuchen und vieles mehr gebacken. Das dient zum Einen der Freude des Dorfes zum Anderen werden Brot und Brötchen und hoffentlich bald auch Kuchen und Kekse in der Stadt verkauft.

Der Kindergarten in Mbigili ist auch fertig und wartet nur noch auf die Einweihung. Das Fest soll voraussichtlich am 15 Oktober stattfinden. Außerdem versuchen wir immer noch unser großes Auto zu verkaufen, weil es einfach viel zu viel Benzin schluckt.

Über die Semesterferien sind unsere Studenten zum Arbeiten ins Dorf gekommen. Hilda ( Jura in Mwanza) besuchte uns für ein paar Wochen, Damaris ( Medizin in Dar) war ca. 2 Monate bei uns, Gerald (Councelling in Iringa) war die ganzen Ferien vor Ort und Gloria (Wildlifemanagement in Morogoro) kam Ende September zu uns.

Ansonsten wird es langsam Sommer in Mbigili. Es wird immer wärmer nur noch abends wird es durch den wind etwas frisch. Die ersten Regenfälle, die wir dringend bräuchten, wurden schon vorausgesagt, blieben aber bis dato noch aus.

 

Brief von Ursula Lettgen

Liebe Freunde unseres Amani Kinderdorfs,
nun sind schon fast 2 Monate vergangen, dass ich hier angekommen bin, und Sie haben noch immer nichts von mir gehört. Ich bitte um Entschuldigung – mein Laptop verweigert den Dienst, und auch 2 Reparaturen haben ihm nicht geholfen.

Nun zum Kinderdorf:
Alle Kinder sind wohl auf, nur jetzt im September sind über die Hälfte krank oder krank gewesen: Erkältungen, Windpocken, Bronchitis, Malaria …. Das ist in jedem Jahr zu dieser Zeit so, bedingt durch Stürme und viel Staub in der Luft.
Inzwischen leben auf unserer Farm viele Tiere. Kuh Lisa wird diese Woche kalben, 1 Zicklein ist schon geboren und bald gibt’s Lämmer. Richard hat 20 Tauben gekauft und ihnen einen schönen Stall gebaut. Die Enten haben 31 Junge, die Hühner 19 Küken. Die Pilzzucht bringt gute Erlöse. Täglich können wir 2-4 kg verkaufen.
Seit ein paar Tagen ist Alberto bei uns und arbeitet für das Kinderdorf. Er ist fertig ausgebildeter Buchhalter/-prüfer. Wir haben ihm die weiterführende Schule und die Universität finanziert. Er ist sehr zuverlässig und gewissenhaft. Ich bin sehr froh, nun endlich einen zuverlässigen Buchhalter zu haben.
Während meiner und Lyimos Abwesenheit wird er das Team Mama Mosha, Richard und Ingo Lenz, die während meiner langen Krankheit Erstaunliches im Kinderdorf geleistet haben, unterstützen.

Gebaut haben wir in diesem Jahr hier im Kinderdorf nichts Neues, lediglich Dinge ausgebessert und ergänzt, z.B. an 4 Häusern Dachrinnen angebracht. Durch das Engagement von Ingo Lenz können wir für 2 weitere Häuser Solaranlagen anschaffen.

Anfang November bin ich wieder in Deutschland, dann werde ich Ihnen unsere Pläne für nächstes Jahr mitteilen.
Ich bin so froh, dass es mir so gut geht, dass ich meine Arbeit wieder aufnehmen konnte, wenn auch noch mit verminderter Kraft. Hier haben sich alle sehr gefreut, mich wieder gesund zu sehen. Wir feierten sogar eine Messe zur Danksagung im Kinderdorf. Gleichzeitig wurden 20 Kinder getauft. Anschließend gab es ein gemeinsames Essen für ca. 250 Personen.

Wir grüßen alle recht herzlich

Ursula Lettgen