Samson

 

Wir haben Wasser!


Heute möchte ich beginnen, Ihnen zu berichten, was wir bisher schon geleistet haben.
Das Wichtigste zuerst: Seit vergangenem Jahr haben wir Wasser!
Wie wichtig Wasser ist, merken wir Europäer erst, wenn wir in Afrika sind und das für uns so selbstverständliche Gut Wasser vermissen. Vier km entfernt von unserem Grundstück läuft eine von Dänemark finanzierte Wasserleitung vorbei, an die wir uns anschließen konnten. Die Wasserqualität ist gut – Quellwasser –, allerdings haben wir manchmal drei Tage lang kein Wasser. Deshalb mußten wir einen 5000-l-Tank kaufen, um einen Wasservorrat zu haben. Er steht auf einer 3,50m hohen Plattform. Sie ist so groß, dass wir später, wenn wir mehr Personen sind, noch drei Tanks derselben Größe dazu stellen können. Und was uns besonders freut: Der Grundwasserspiegel ist sehr hoch.

Wir haben bereits an 5 Stellen nach Wasser gegraben und immer welches gefunden – in zwei bis vier Meter Tiefe. Drei Dorfbewohner bauen diese Wasserlöcher für uns aus. Das geht so: Morgens wird das Wasser, das sich über Nacht gesammelt hat, mit einem Eimer ausgeschöpft, anschließend steigt einer der Arbeiter ins Loch und gräbt – bis zu 8m tief – ohne jede Sicherung! Das Loch hat einen Durchmesser von ca. 80 cm. Ist tief genug gegraben, wird das zusammengelaufene Wasser wieder per Eimer geleert. Einer der Arbeiter wird an einem Seil hinuntergelassen und beginnt, an der Außenwand des Loches einen Ring aus hart gebrannten kleinen Ziegeln zu mauern. Ein anderer steht oben und wirft ihm die Ziegel zu. Ein dritter mixt den Speis mit der Schaufel und läßt an einem Seil einen kleinen Eimer mit dem Speis hinunter. Morgens in aller Frühe begonnen, ist abends der Brunnen fertig gemauert. Am nächsten Tag erhält er noch einen Deckel. Kosten eines Brunnens: ca 220 Euro.

Die Brunnen sind jeweils in einer Entfernung von 100 m angelegt. Mittels einer Pedalpumpe wird das Wasser hoch gepumpt und mit einem 50m langen Schlauch zu den frisch gepflanzten Bäumen geleitet. Diese werden während der sechsmonatigen Trockenzeit während der ersten 2 – 3 Jahre dreimal pro Woche bewässert. Zwei Hilfsarbeiter aus dem Dorf Mbigili verrichten diese Arbeit. Sie sind froh, eine Arbeit gefunden zu haben. Wir haben Bananenstauden gepflanzt – neun verschiedene Sorten , zum Kochen und zum roh Essen -, sowie Kaffee-, Zitronen-, Pfirsich-, Guaven-, Apfelsinen-,Papaya- und Avokadobäume. Apfel- und Nektarinenbäume folgen in der nächsten Regenzeit. Denn man pflanzt nur in der Regenzeit von Dezember bis Januar.

Herzliche Grüße von uns Mbigilianern

Ursula Lettgen

 

2 Comments

  1. Dorothea Loefler

    Guten Tag,

    ja, ich weiß was es bedeutet kein Wasser zu haben.
    Mich interessiert, ob Sie auch etwas zur unternommen haben
    oder unternehmen konnten, um Regenwasser zu sammeln -
    natürlich in großen Tanks.

    Ich habe außerdem eine ganz schöne Einrichtung aus
    Südafrika gesehen. Dort hat sich jemand anstatt einer
    Pumpe einfallen lassen, dass Kinder durch das Drehen
    eines Karrussels – also spielend – Wasser pumpen
    können. Na, dann würde vielleicht zu viel gepumpt?

    Die Regenwasser-Frage ist mir wichtig und ich wäre
    an einer Antwort sehr interessiert.

    Vielen Dank im Voraus.

    Beste Grüße

    Dorothea Loefler

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